Ich bin Mutter, Frau, Mitarbeiterin, Unternehmerin, Psychologin, Yogalehrerin, Trainerin, Coach.

Als ich mit meiner Tochter schwanger geworden bin, hatte ich drei verschiedene Jobs und habe ungefähr non-stop gearbeitet. Neun Monate lang habe ich jeden Tag überlegt, wo werde ich in meinem eigenen Leben sein, nach der Geburt? Was passiert mit meiner Karriere? Wie werde ich mich identifizieren, falls ich nicht mehr genauso wie vorher weiter mache? Muss ich mich ändern? Ja oder nein? Und wie?

Nach der Geburt habe ich nur einen Job behalten, Mitarbeiterin an der Uni. Flexibel, ich kann entscheiden, wann ich unterrichte, perfekt mit Kindern. Ich habe ohne Pause einfach weitergearbeitet. Meine Tochter war so lang mit dem Vater oder mit den Großeltern für ein paar Stunden.

Vorher war ich auch sehr gut im Zeitmanagement (siehe: drei Jobs gleichzeitig), sogar bei der Bosch-Stiftung hatte ich ein Seminar darüber. Trotzdem musste ich mich wieder und wieder weiterentwickeln: wie man am besten plant. Ich musste nicht mehr nur mich und meine Arbeit, sondern auch die Familie planen. Ich habe schnell gelernt, dass es keinen idealen Plan gibt, es gibt nur optimale Pläne und davon sofort auch zwei oder drei Alternativen. In der Familie können alle zufrieden sein, aber dafür müssen auch alle etwas einbringen. Meine Tochter musste akzeptieren, dass ich jeden frühen Morgen für 90 Minuten weg bin. Dafür hatte sie ihren eigenen Vater oder wunderbaren Opa, die nur für sie da waren.

Zwei Jahre später als mein Sohn zur Welt kam, und ich kurz vor dem Abschluss meiner Doktorarbeit war, musste ich wieder neu planen. Mich wieder neu finden. Wer bin ich? Wo bin ich im Alltag? Dann habe ich es gelernt: ich muss erstmal für mich, und dann für meine Umgebung auch klar kommunizieren, was meine Wünsche sind. Ich habe meine Doktorarbeit auf Eis gelegt, ich wollte statt zu schreiben Zeit mit meinen Kindern verbringen. Aber ich wollte weiterhin arbeiten, weil ich die intellektuelle Herausforderung neben dem Haushalt und den Kindern brauchte. Also habe ich weiter gearbeitet an der Uni, als Uni Lehrerin. Klar kommuniziert, auch habe ich es so gemacht, wie ich es gewünscht habe, aber trotzdem habe ich mich immer schlecht gefühlt. Ich arbeite nicht genug, ich kann nicht immer da sein, ich kann nicht zu allen Konferenzen fahren, usw. Wenn ich gearbeitet habe, habe ich immer an mir genagt: warum bin ich nicht mit meinen Kindern; sie weinen bestimmt ohne mich; es ist bestimmt zu viel/zu früh/ zu lang für sie; ich bin total egoistisch, usw. Ich musste lernen meine Innere Erlaubnis zu gewinnen und mich nicht ständig schuldig zu fühlen.

Ich habe gelernt zu planen, nicht nur für eine Woche, sondern für Jahre. Alles lief ganz gut. Und dann sind wir nach Berlin gezogen. Mein Job blieb in Budapest, mein ganzes Hilfsnetzwerk: Freunde, Großeltern 800km entfernt. Ich wusste, auch wenn es am Anfang brutal schwierig war, dass die Zeit für mich arbeitet.

Und jetzt: biete ich Seminare für Eltern an, Coaching für Eltern mit kleinen Kindern und ich unterrichte Yoga für Frauen und Schwangere, und als Angestellte arbeite ich für eine tolles Projekt. So, dass meinen Kindern momentan fünf Stunden in der KiTa sind,  und mein Mann arbeitet auch 40 Stunden pro Woche.

Wie geht es? So, dass wir alle das machen, was wir mögen. Unsere Arbeit ist unser Hobby geworden, weil wir festgestellt haben, dass man neben Kindern keine Zeit mehr hat solche Dinge zu machen, die nicht Spaß machen, oder die Zeit von uns selbst oder von unserer Familie wegnehmen.

Das ist meine Geschichte. Nicht die perfekte und einzigartigste. Eine Geschichte von vielen anderen Familien, die ähnlich oder ganz anders den Alltag mit Beruf und Familie unter einen Hut bringen möchten. Weil sie festgestellt haben, sie möchten Zeit für sich haben, sie möchten den Flow erleben.

Wenn ich mit Müttern und Vätern spreche, die so viel arbeiten können, wie sie es wünschen und auch genauso viel Zeit mit Familie verbringen, dann sind diese viel gesünder und ausgeglichener.

Bei meinem Eltern-Coaching kann jede/r in einem geschützten und vertrauensvollen Umfeld seine/ihre Fragen stellen, die eigene Geschichte teilen und die aktuellen Gefühle ausdrücken. Es gibt nichts Stärkeres, als dass einem zugehört wird und man selbst die Geschichten anderer anhören kann.

Ziel ist ein gemeinsames Zusammensein, um in der Gruppe zu denken, sich gegenseitig zu unterstützen und zu inspirieren.

Rita Páva

Interkulturelle Psychologin & Pädagogin, Trainerin, Coach und Yoga-Lehrerin